Newsletter vom 08.06.2026:

“Nur online – und trotzdem nah? Kann das sein?” 
Diese Frage höre ich oft, wenn ich von CO-Net erzähle. 
Denn ja, viele von euch kennen diese Erfahrung: Immer wieder entstehen bei uns intensive Begegnungen – auch durch den Bildschirm hindurch.

Denn manchmal passiert es: Menschen öffnen sich. Sie teilen nicht nur Gedanken, sondern auch das, was zwischen den Zeilen schwingt – ein Lachen, eine Träne,

eine Frage, die sie lange mit sich herumtragen. Manche zeigen sogar ihre Wunden oder Narben, als wären sie unter langjährigen Freund:innen. Wie kann das sein? - Vielleicht weil wir spüren: Hier darf ich ganz ich sein. Mit allem, was in mir lebendig ist – oder was mich noch immer schmerzt. Dieser Raum wird zum Ort ohne Maske.

Was uns bei CO-Net verbindet? Vielleicht ist es dieses stille Wissen: Ich bin geliebt. So, wie ich bin. Nicht weil ich perfekt oder klug oder schön - oder was auch immer sonst noch - bin. Sondern einfach deshalb, weil ich bin. 
Aus diesem Vertrauen heraus trauen wir uns, uns zu zeigen – mit unseren Fragen, unseren Zweifeln, unserer Freude. Und manchmal, in diesen besonderen Momenten, wird der Raum zwischen uns zu etwas Heiligem, weil wir spüren: Hier berühren wir einander. Hier berührt uns etwas Größeres.

Und dann, am Ende so eines Abends, klappe ich den Laptop zu – und spüre: 
Das war kein gewöhnlicher Online-Termin. 
Das war ein Geschenk. Ein Geschenk an mich. An uns. An das Leben.

Ja - vielleicht so etwas wie Gnade.

Was ist für dich wichtig, damit so ein Abend zu einem besonderen Geschenk, einer berührenden Erfahrung werden kann?
Wir freuen uns, wenn du uns schreibst oder selbst mitdenken, mitgestalten möchtest.

Einladung zur Begegnung miteinander und mit Gott, dem Göttlichen zwischen und in uns beim Community-Gottesdienst am kommenden Sonntag, 14. Juni, abends.

 

Newsletter vom 28.04.2026:

Die vielen Gesichter Marias - Annäherung an eine vertraute Fremde

Kaum eine Gestalt des Christentums polarisiert so wie Maria: Für die einen ist sie Herzensfigur, Trostspenderin, fast Vertraute; für andere wirkt ihre Verehrung befremdlich, überhöht oder wie ein „Hype“, der vom Eigentlichen ablenkt. Zwischen inniger Liebe und skeptischer Distanz spannt sich ein weiter Raum – und genau darin bewegt sich Maria bis heute.

Im Katholizismus trägt sie viele Gesichter: als junge Frau aus Nazareth, Mutter, Leidende, Himmelskönigin, Schutzmantelmadonna, als Maria vom guten Rat oder schwarze Madonna. Jede Darstellung betont andere Facetten – Nähe, Stärke, Mit-Leiden, Hoffnung. Maria ist nicht nur Vergangenheit, sondern Projektionsfläche für das, was Menschen im Glauben suchen.

Im Protestantismus ist das Verhältnis zu ihr zurückhaltender: Man betont ihre Menschlichkeit, liest ihre Rolle nüchtern aus der Bibel. Doch ganz verschwunden ist sie auch hier nicht. Ihr Magnificat, ihr Mut, ihr „Mir geschehe“ zeugen von Vertrauen – von einer Frau, die sich Gott und sich selbst zutraut.

Vielleicht berührt Maria gerade deshalb einen wunden Punkt: In einer von männlichen Bildern geprägten Tradition (Vater, Sohn, Herr) eröffnet sie einen anderen Zugang – eine weibliche Seite des Glaubens: empfangend und beherzt, fragend und entschlossen, leidensfähig und hoffnungsvoll. Nicht göttlich, aber gottverbunden. Nicht allmächtig, aber tragfähig.

Und du? Welche Bilder, Gefühle oder Widerstände tauchen auf, wenn du an Maria denkst? Ist sie dir fremd geblieben – oder näher, als du dachtest? Vielleicht lohnt es sich, sie neu zu begegnen: jenseits von Klischees, Frömmigkeitsformen oder konfessionellen Schubladen. Nicht um sie „mehr“ zu verehren, sondern um zu entdecken, was sie heute erzählen könnte – über Glauben, Menschsein und vielleicht auch über uns selbst.

Bei unserem nächsten Community-Abend „Maria 9.0“ am 5. Mai wenden wir uns bewusst Maria zu. Im Austausch greifen wir verschiedene Zugänge zu ihr auf und kommen unserer persönlichen Entwicklung mit ihr auf die Spur. Vielleicht entdecken wir neue Aspekte oder versöhnen uns mit ihr, wo sie uns noch fremd erscheint.

(Text: Heidelinde Bauer, Gastgeberin auf CO-Net)

 

Newsletter vom 05.04.2026:

Ostern – neu buchstabieren 

Nichts ist so unbekannt, wie das, was wir zu kennen meinen.
Schnell gleitet der Blick über das, was wir unzählige Male gesehen haben – und wir nehmen es nicht mehr wahr. 
„Ja, ja…“ sagen wir, wenn uns jemand wiederholt seine Geschichte erzählt,- sie erreicht uns aber nicht mehr. Wir hören nicht mehr wirklich hin.
So kann es uns auch mit den religiösen Traditionen, Symbolen und biblischen Erzählungen gehen. 
„Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert…“ heißt es in einem Lied. 
Auch daran kann man sich gewöhnen.

Das kirchliche Festjahr, der Jahreszyklus, aber legt uns Jahr für Jahr dieselben Themen, dieselben Feste und Erzählungen vor und fragt uns: 
Was siehst, hörst du heute? Was spricht jetzt zu dir? 
Und: Wie antwortest du darauf?

Die Einladung jedes Festes ist: Schau neu hin! Höre neu hin! Lass dich berühren!
Hier gibt es etwas zu finden, was dein Leben reich macht!
Vielleicht gilt es schlicht, vermeintlich Bekanntes neu entdecken zu wollen, neu durchzubuchstabieren.
Für Ostern hieße das Buchstabieren:

„von A

steht für ANFANG

anfangen, immer wieder 

mit mir und den anderen

und für AUFERSTEHUNG

 

und nun weiter buchstabieren -

stammelnd, tastend

es täglich wagen

 

bis Z

für ZÄRTLICHKEIT

für unser aller ZUKUNFT

für ZUTRAUEN und ZUFASSEN

für das Ankommen am ZIEL

für das ZEICHEN dessen, der uns voraus ist 

vom Tod zum ewigen Leben“

Begib dich in ein Experiment: 

Schreibe alle Buchstaben des Alphabets auf. 
Bilde aus den Buchstaben Worte, die du mit Ostern verbindest. 

Sei neugierig, was du dabei erlebst und entdeckst. 

Wenn du möchtest, teile es mit anderen. 


(Text: Frank Puckelwald nach einem Text von Anselm Grün, Ostern 2026)

 

Newsletter vom 19.02.2026:

Die Fastenzeit hat begonnen, der Weg auf Ostern hin ist für manche Menschen eine Zeit der Neuorientierung… 
Das Unterwegs-Sein – es hört nicht auf.

Da tut so eine Zusage aus dem Alten Testament gut: 

“Adonaj selbst wird vor dir hergehen und mit dir sein. 
Er wird sich dir nicht entziehen und dich nicht im Stich lassen. 
Fürchte dich nicht! Lass dich nicht verwirren!” (Dt, 31,8. Bibel in gerechter Sprache)

Und trotzdem: Manchmal spüre ich, wie sehr ich einen Ort suche, wo ich ankommen darf – nach einem inneren Dach, das mich beschützt, einer Gemeinschaft, in der ich so willkommen bin, wie ich bin. 
Genau dies berührt mich in den folgenden Zeilen, die ursprünglich über ein Thema aus dem Buch Levitikus, die Aufnahme von Fremden, geschrieben wurden. 
Doch für mich sprechen sie auch von der Sehnsucht nach Annahme, nach Freiheit, nach einem Willkommens-Ort:

„Ein Dach über dem Kopf haben (Geborgenheit)

Heimat, ein Zuhause 
Ruhe und Geborgenheit 
suche ich 
und möchte ich finden

Ein Ort, wo ich sein kann 
und angenommen 
das braucht jede, jeder


Wirst du mir Ruhepunkt sein 
in der Unruhe 
ein sicheres Obdach 
in der Heimatlosigkeit 
ein willkommenes Zuhause 
in der Fremde 
ein Schutz 
in der Unsicherheit?

Ich möchte nicht länger umherirren, 
Weite und ein freies Land 
brauche ich 
zum Leben, zum Mensch-sein. – 
Bist du mir dieser Ort, 
das Zuhause, in dem ich willkommen bin?

Deinen Anspruch und Zuspruch 
höre ich: 
Wenn eine Fremde, ein Fremder 
mit dir in eurem Land lebt, 
bedrücke sie und ihn nicht. 
Werden sie bei dir ein weites Herz, 
eine offene Tür finden? 
Nimm sie auf, gib ihnen Zuflucht, 
begegne ihnen freundlich in ihrer Würde 
und lerne sie lieben. 
Erinnere dich: 
Ich, Gott-für-euch, habe euch herausgeführt 
aus der Knechtschaft, 
aus allem Unbehaustsein. 
Frei sollt ihr sein und leben. 
In meiner liebenden Zuwendung gilt mein Wort, 
ich bin euch weiter Raum zum Leben. 
(frei nach Lev 19,33–34)

Alle Menschen suchen 
und brauchen ein Obdach, 
einen Willkommens-Ort 
wie du und ich.“

(Meditationsimpuls aus den Materialien zum Hungertuch 2025, Misereor, 
von Norbert Lammers OFM, Hofheim)

 

Newsletter vom 06.02.2026:

Es ist Anfang Februar. In diesem Jahr hatten wir mehrere Wochen Winterwetter. “Endlich mal wieder richtig Winter!” sagen die einen, “Jetzt reicht es aber mit dem Schneeschippen und der Kälte” sagen die anderen. Ja, wir Menschen sind immer schnell mit unseren Urteilen.

“Es ist, was es ist, sagt die Liebe”, dichtete dagegen Erich Fried vor hundert Jahren. Und vor mehr als 2000 Jahren schrieb die Bibel (Kohelet 3): “Alles hat seine Stunde. Es gibt eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, … eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, … eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Wegwerfen.”

Manchmal wünsche ich mir diese biblische Gelassenheit und die friediche Akzeptanz der Liebe. Da spüre ich viel Vertrauen, viel Hoffnung und viel Geduld. Das Jahr will uns Zeit schenken, dieses Vertrauen zu stärken. Vielleicht kann die eine oder andere Veranstaltung unseres Netzwerks dazu beitragen.

(Text von Thomas Tauchnitz)

 

Newsletter vom 28.12.2025:

Zum Jahreswechsel erreicht dich unser neuer Newsletter.

Vielleicht bist du positiv gestimmt, wenn du an das vor dir liegende Jahr denkst und findest den Neustart herrlich. Du freust dich auf viele schöne anstehende Festtage, auf Treffen mit interessanten und lieben Menschen, auf lustige Erlebnisse, auf geplante Reisen, bewegende Momente, neue Erkenntnisse, gute Bücher und Filme und viel gemeinsames Lachen.

Oder blickst du eher sorgenvoll auf das, was kommen mag? In der Welt, in unserem Land, in deinem Umfeld. Vielleicht machen dir die Nachrichten zu schaffen? Die Bilder der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Nähe und Ferne gehen dir nach. Du machst dir Gedanken um das Klima. Du überlegst, wie du wohl finanziell über die Runden kommen magst. Du fühlst dich müde, erschöpft und bist in Sorge um deine Gesundheit oder die deiner Lieben.

Doch egal in welcher Stimmung du auf das Kommende schaust, das Leben hat seine eigene Geschichte mir dir.

Wie auch immer die aussehen mag, du darfst darauf vertrauen, dass Gott auch 2026 bei dir ist. In den schönen und in den schweren Stunden.

Giannina Wedde, eine zeitgenössische Mystikerin schreibt passend dazu:

„Es gibt eine Kraft, die uns trägt, wenn wir uns dem Leben anvertrauen.“

Diese Worte erinnern uns daran, dass wir nicht alles planen müssen. Vertrauen, Hoffnung und die Bereitschaft, uns von Gottes Geist leiten zu lassen, sind die besten Begleiter für das, was kommen mag.

Wir wünschen dir für das neue Jahr viele liebe Menschen an deiner Seite, die dich stützen und tragen. Bleib in der Zuversicht und im Vertrauen, damit es dir gelingt, deinen ganz eigenen Weg kraftvoll weiterzugehen.

Vielleicht gehören wir hier auf Co-Net ja zu denen, die dir Freude bereiten und dich in deinem Wachstum unterstützen? Das würde uns sehr freuen. Schau doch auch 2026 wieder einmal bei uns vorbei. Du darfst gespannt sein, was wir für dich vorbereitet haben.

Möge dieses Jahr für uns alle ein Jahr des Reifens, des Wachsens und des Miteinanders werden.

(Text von Heidelinde Bauer)